Ravebotta

TANZHAUS WEST & DORA BRILLIANT
FRÜHLINGSFEST // 02-04-16

Britta Arnold [katermukke]
Ion Ludwig live [ugold / trelik]
Cristi Cons [a:rpia:r / amphia]
BAAL live [musica autonomica / konta]
Robert Drewek [rawax]
Peter Schumann [platte international / katermukke]
Bo Irion [dora brilliant]
DJ Slowhand [tagedieb]
Plague [ravebotta]
Benjamin Stager [sensual]
Smicky & Michael Bilderberger [no hard feelings]
DRAG & DROP [we are together]
Grille – Artistpage [toxic family]
Frank Donner [wer liebt]
C.7even [authentic techno]
Tim Petit [trust]

Der Frühling verändert alles! Das Licht erstrahlt ein paar Lux heller und taucht die Welt in freundlichere Farbtöne. Um uns herum weht frische Luft und lässt den Duft der Blüten unsere Nasen kitzeln. Selbst die Musik, die aus der PA unseres Clubs kommt, klingt auf einmal noch um einige Facetten klarer, direkter und eindringlicher. Alles auf Anfang! Wintermüdigkeit abgeschüttelt! Gemeinsam mit Britta Arnold, Ion Ludwig live, Cristi Cons und Baal jumpen wir in die neue Jahreszeit. Spring ist unser Ding!

Besser als mit Britta Arnold könnten wir kaum in eine neue Jahreszeit starten. Es ist kein Geheimnis, dass sie zu unseren absoluten Lieblingskünstlerinnen gehört und wir – so oft es ihr dichter Kalender erlaubt – versuchen sie auf das Milchsackgelände zu holen. Das letzte Mal war sie mit dem halben Katermukke-Kollektiv bei uns und hat uns eine der wildesten Nächte beschert, die die altehrwürdigen Tanzhaus Wände je erschüttert hatten. Es ist diese Mischung aus spielerischer Leichtigkeit und geballter Energie, die ihre Auftritte so faszinierend machen. Die gleiche Leichtigkeit mit der sie einst das Bar25-Label mitbegründet hatte, das ebenfalls zu einer Erfolgsgeschichte wurde und ebenso wie die Bar selbst noch heute der Humus ist aus dem so viele elektronische Pflänzchen in der Hauptstadt sprießen.

Das Ideal für Ion Ludwig ist es, seine Liveacts so zu spielen als sei er in seinem Studio. Dazu gehört natürlich ein etwas kompakteres Setup seines Studioequipments auf der Bühne, aber auch das Gefühl sich in die Tracks verlieren zu können und Raum für Rearrangements und Improvisation zu lassen. Ion versteht Musik als universelle Sprache und erweitert seinen Output um immer neuere Nuancen und Akzente. Sein 2010 veröffentlichtes Album „Free K. Loudwiggle“, das gleichzeitig auch das Ende seiner sehr prägenden Zeit in Berlin markiert, ist Zeugnis seines vielseitigen kreativen Ausdrucksmöglichkeiten. Der Full-Length-Nachfolger „From Ghost To Coast“ erschien bereits auf seinem eigenen Imprint Ugold. Das Label hatte gleich mit Ludwigs Debüt-Veröffentlichung „SOS Tribute“ und dem großen Suport von „Big R“ (Ricardo Villalobos) für große Furore gesorgt. Seither sind die Releases des Vinyl-Only-Labels regelmäßig in windeseile vergriffen.

Cristi Cons ist, genau wie der Liveact Baal übrigens, ein Beispiel dafür, dass eine Ausbildung an klassischen Instrumenten und einige gepflegte Harmoniekenntnisse zumindest nicht schaden um erfolgreich Musik aus den Maschinen zu beschwören. Ansonsten klickt, klackt und knistert es in Cristians Produktionen in klassisch-reduzierter Manier nach dem Vorbild der großen rumänischen Minimalisten. Apropos: als Cellist war er auf Petre Inspirescus Project πEnsemble vertreten. Gemeinsam mit Vlad Caia bildet Cristian seit 2009 das Produzenten-Duo SIT (Sideways Invisible Theorie) und betreibt gemeinsam mit ihm das Label Amphia, das unverwechselbaren Sound mit einzigartigen Artworks paart. Neben Inspirescu veröffentlichte dort auch Raresh mit den beiden die Numiris EP unter dem Projektnamen Verico und Rhadoo unter dem Pseudonym Colorhadoo die Zanzibar EP.

Die Tracks des Münchner Duos Baal, bestehend aus Matthias Dräxler und Matthias Schüll, sind gespickt mit geheimnisvollen, biblischen Codes. Schon im Projektnamen offenbart sich die Ambivalenz, denn das hebräische Wort Baal, wird im Alten Testament sowohl für den falschen Gott, den Götzen, als auch für den wahren Herrn benutzt. In München und Umgebung sorgten die beiden, die an klassischen Instrumenten ausgebildet sind, mit ihrer Partyreihe Konta für Aufmerksamkeit. 2014 beginnt mit der „Metamorph EP“ auf Audiotechnica ihre persönliche Veröffentlichungsgesichte, ein beeindruckendes Debüt mit der Wucht der Trompeten von „Jericho“. Vergangenes Jahr legten sie mit der Noah EP eine weitere, epische Veröffentlichung nach, die wuchtig wie die sieben apokalyptischen Reiter über den Dancefloor fegt. Über ihre Liveauftritte ist uns schon einiges zugetragen worden. Zeit, das wir uns bei ihrem Tanzhaus-Debüt selbst ein Bild machen – aus gebührendem Sicherheitsabstand selbstverständlich!